KAISER WILHELM

Neuosier Warmwasserkanne, Kaiser Wilhelm II., datiert 1901 und 1911

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Beschreibung 

Diese "Neuosier"-Warmwasserkanne aus einem kaiserlichen Service für Wilhelm II., bestehend aus einem Krug (datiert 1911) und passendem Deckel (datiert 1901), stammt aus der Königlichen Porzellan-Manufaktur Berlin (KPM) und zählt zu den besonders seltenen und kunstvoll gestalteten Objekten der Kaiserzeit. Gefertigt aus weiß glasiertem Porzellan, zeigt die Kanne eine aufwendige Dekoration in Eisenrot, mit einer eleganten Rokoko-Kartusche, dem preußischen Adler und der Chiffre „FR“ für Friedrich Rex unter der Königskrone – ein direkter Verweis auf Friedrich den Großen und die preußische Monarchietradition.

Ergänzt wird das Dekor durch farbige Blumenbouquets und einen fein gearbeiteten goldenen Weinlaubrand, der dem Stück eine festliche und repräsentative Wirkung verleiht. Besonders hervorzuheben ist das Besitzermonogramm „WR“ für Wilhelm Rex, das die persönliche Verbindung zu Kaiser Wilhelm II. unterstreicht. Die Rückseite trägt die klassischen Marken der KPM Berlin: die unterglasurblaue Zeptermarke sowie die rote Reichsapfelmarke, jeweils mit Datierung.

Maße und Erhaltungszustand

Mit einer Höhe von ca. 16 cm (inkl. Deckel) und in sehr gutem Zustand, vereint diese Warmwasserkanne königliche Provenienz, kunsthandwerkliche Qualität und historische Bedeutung – ein echtes Highlight für Sammler von KPM Porzellan, Kaiserzeit Geschirr, und repräsentativen Objekten der deutschen Geschichte.

„Neuosier“ und seine Geschichte

„Neuosier“ war das Standardgeschirr der Hofhaltung Wilhelms II.. Der Kaiser führte für alle Schlösser ein einheitliches Porzellan ein. Mitte der 1890er Jahre gab das Oberhofmarschallamt eine erste große Bestellung bei der KPM auf. „Neuosier“ war jedoch keine exklusive Sonderanfertigung für den Kaiser: Die Form war handelsüblich. Der Unterschied lag in der Bemalung. Zwar wurden die Berliner Blumenbouquets übernommen, jedoch im Stil des „dritten Rokoko“ abgeändert, farblich auf monochromes Eisenrot reduziert und durch eine Kartusche mit dem Preußen‑Adler ergänzt.

Interessant ist, dass diese Bemalung auch in den Handel gelangte – allerdings ohne Adler. Der König von Italien ließ sich das Service sogar mit dem savoyischen Wappen herstellen.


„Neuosier“ Tafelgeschirr

In den KPM‑Preislisten von 1913 ist „Neuosier“ mit 55 Einzelteilen für das Tafelgeschirr und 14 Teilen für das Kaffee‑ und Teegeschirr verzeichnet. Viele Stücke konnten in mehreren Größen bestellt werden – teilweise in bis zu acht Varianten. Zum Sortiment gehörten neben Tellern, Platten und Schüsseln auch Geleetassen, Bouillonkännchen und eine Vielzahl von „Kompottnäpfen“. Besonders letztere geben Einblick in die Esskultur der Kaiserzeit, die eine große Vielfalt an Speisen und Servierformen kannte.

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