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KAISER WILHELM
Neuosier Dessertteller, Kaiser Wilhelm II., datiert 1904
- Regulärer Preis
- €530,00
- Angebotspreis
- €530,00
- Regulärer Preis
- Stückpreis
- pro
Beschreibung
Dieser Dessertteller aus einem "Neuosier-Tafelservice-Berlin" für Kaiser Wilhelm II., datiert 1904, stammt aus der traditionsreichen Königlichen Porzellan‑Manufaktur Berlin (KPM) und zählt zu den besonders kunstvoll gestalteten Stücken der Kaiserzeit. Gefertigt aus weiß glasiertem Porzellan, ohne die Rokoko-Kartusche in der Mitte. Bei dieser durchbrochenen Ausführung der Teller fehlt dieses Element, das dieses Geschirr auszeichnet.
Das Dekor wird ergänzt durch farbige Blumenbouquets sowie eine fein gearbeitete goldene Weinlaubbordüre, die dem Stück eine festliche und repräsentative Wirkung verleiht. Auf der Rückseite finden sich die klassischen KPM‑Marken: die unterglasurblaue Zeptermarke und die rote Reichsapfelmarke, mit Datierung. Besonders hervorzuheben ist das Besitzermonogramm „WR“ für Wilhelm Rex, das die persönliche Verbindung zu Kaiser Wilhelm II. unterstreicht.
Maße und Erhaltungszustand
Mit einem Durchmesser von 22,5 cm und in gutem Erhaltungszustand (ein Kratzer in der Mitte) vereint dieser Dessertteller königliche Provenienz, kunsthandwerkliche Qualität und historische Bedeutung. Ein echtes Highlight für Sammler von KPM‑Porzellan, Kaiserzeit‑Geschirr und repräsentativen Objekten der deutschen Geschichte.
„Neuosier“ und seine Geschichte
„Neuosier“ war das Standardgeschirr der Hofhaltung Wilhelms II.. Der Kaiser führte für alle Schlösser ein einheitliches Porzellan ein. Mitte der 1890er Jahre gab das Oberhofmarschallamt eine erste große Bestellung bei der KPM auf. „Neuosier“ war jedoch keine exklusive Sonderanfertigung für den Kaiser: Die Form war handelsüblich. Der Unterschied lag in der Bemalung. Zwar wurden die Berliner Blumenbouquets übernommen, jedoch im Stil des „dritten Rokoko“ abgeändert, farblich auf monochromes Eisenrot reduziert und durch eine Kartusche mit dem Preußen‑Adler ergänzt.
Interessant ist, dass diese Bemalung auch in den Handel gelangte – allerdings ohne Adler. Der König von Italien ließ sich das Service sogar mit dem savoyischen Wappen herstellen.
„Neuosier“ Tafelgeschirr
In den KPM‑Preislisten von 1913 ist „Neuosier“ mit 55 Einzelteilen für das Tafelgeschirr und 14 Teilen für das Kaffee‑ und Teegeschirr verzeichnet. Viele Stücke konnten in mehreren Größen bestellt werden – teilweise in bis zu acht Varianten. Zum Sortiment gehörten neben Tellern, Platten und Schüsseln auch Geleetassen, Bouillonkännchen und eine Vielzahl von „Kompottnäpfen“. Besonders letztere geben Einblick in die Esskultur der Kaiserzeit, die eine große Vielfalt an Speisen und Servierformen kannte.