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KAISER WILHELM
Kaiserliche Segeltrophäe „Kiel–Travemünde 1898“ – Silberpokal für die Yacht Iduna von Kaiser Wilhelm II
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Dieses außergewöhnliche Silber‑Trophäengefäß im Stil eines Trinkpokals des 16. Jahrhunderts ist ein herausragendes Beispiel kaiserlicher Repräsentationskunst und ein seltenes Relikt der Kieler Woche 1898. Der leicht konische Zylinder mit passendem Deckel ist am Rand mit der Marke von Lazarus Posen, Frankfurt am Main, punziert und besteht aus 800er Silber – ein klarer Hinweis auf die hohe Qualität der Arbeit. Charakteristisch sind die ins Silber getriebenen, organisch wirkenden „Luftblasen‑Ornamente“, ergänzt durch feine Ziselierungen und Gravuren, die das Stück kunsthandwerklich besonders hervorheben.
Auf der Vorderseite befinden sich zwei gekreuzte Flaggen: die Standarte Kaiser Wilhelms II. und der Wimpel des Kieler Yacht‑Clubs – ein starkes Symbol für die Verbindung von kaiserlicher Macht, maritimer Tradition und der Bedeutung der Kieler Woche als gesellschaftliches Großereignis des Kaiserreichs. Darunter ist die gravierte Inschrift angebracht: „Kiel – Travemünde 1. Juli 1898“. Auf dem Boden des Pokals findet sich zudem das gravierte Monogramm „WR“ unter der Kaiserkrone – ein unmissverständliches Zeichen für Wilhelm Rex, den letzten deutschen Kaiser.
Sowohl Deckel als auch Pokal sind innen vergoldet, wie es für hochwertige repräsentative Silberarbeiten des späten 19. Jahrhunderts typisch war.
Der Kaiser stiftete diese Trophäe anlässlich der Kieler Woche 1898, um den Sieger der prestigeträchtigen Segelregatta Kiel–Travemünde auszuzeichnen. Historisch belegt ist, dass die Regatta von der Segelyacht „Iduna“ gewonnen wurde – der Yacht der Kaiserin Auguste Victoria. Die Iduna war eine amerikanische Sonderklasse‑Yacht (Yampa), die Wilhelm II. 1898 erwarb und seiner Frau schenkte. Das Schiff befand sich nur kurze Zeit im Besitz des Kaiserhauses. Damit kehrte ein vom Kaiserhaus gestifteter Pokal symbolisch wieder in das Kaiserhaus zurück – ein historischer Zufall von besonderem Reiz.
Zeitgenössische Darstellungen der Iduna sind äußerst selten und finden sich fast ausschließlich in Regatta‑Berichten der Kieler Woche 1898, in maritimen Illustrationen oder auf Gedenkobjekten. Dies macht die Trophäe nicht nur zu einem kunsthandwerklich wertvollen Objekt, sondern auch zu einer der wenigen greifbaren Quellen zur Geschichte dieser kurzlebigen kaiserlichen Yacht.
Ein herausragendes Sammlerstück für Liebhaber von kaiserlichem Silber, Preußen‑Memorabilien, maritimer Geschichte und Objekten aus dem persönlichen Umfeld Kaiser Wilhelms II..
Provenienz: Christie's, Silver, Porcelain and Glass from the Prussian Collection, London 2002, S. 282